Und plötzlich ist das Geld weg

„Die größte soziale Schweinerei ist Inflation.“ Rainer Brüderle

Wer kennt das nicht. Weihnachten ist noch eine gefühlte Ewigkeit entfernt und schon fragen die Eltern nach den Essenswünschen, um ja alles perfekt für den Besuch der Kinder (die übrigens seit einer gefühlten Ewigkeit schon lange keine Kinder mehr sind) vorzubereiten.

Ob ich denn Eis oder lieber Sorbet zum Nachtisch haben möchte, fragt mein Vater. Nach einer Minute Diskussion ist klar, dass die Frage eher rhetorisch gemeint war und er teilt mir mit, dass er unbedingt Eis will. Dieses Nusseis würde ihn an seine Kindheit erinnern. Damals als er und seine Brüder beim Nachbargeschäft gelauscht haben, sobald das Eis hergestellt wurde. Sie hätten immer die Eistrommel auskratzen dürfen – das Nusseis, aha.

Mein Vater hat in den 70er Jahren bereits für 30 Pfennig (quasi 15 Eurocent) eine Kugel Nusseis bekommen. Das hört sich billig an? Nun, am 2. Weihnachtstag fahren wir öfters zu meiner Großtante. Tante Evi ist 98 und hat in den 20er und 30er Jahren noch eine Kugel für 10 Pfennig bekommen.

Ich kann von diesen Preisen heute nur träumen und lege locker 1,50 Euro pro Kugel in München auf die Ladentheke.*

„Gefühlt wird alles teurer“, hört man oft. „Die Inflation ist Schuld“ ist noch so ein Ausspruch. Doch was ist Inflation eigentlich? Das Wort kommt vom lateinischen Begriff „inflare“ und bedeutet „sich aufblasen“. Von einer Inflation spricht man, wenn das Preisniveau deutlich steigt und dabei die Kaufkraft des Geldes abnimmt. Für einen Euro bekam ich 2002 mehr Eis, als ich heute mit dem gleichen Euro bekommen würde.

Selbst eine geringe Inflation führt langfristig zu einem massiven Kaufkraftverlust. Gerade bei der Altersvorsorge und einem langen Anlagehorizont spielt die Inflation eine wichtige Rolle. Die Inflation knabbert langsam aber stetig an Bargeldbeständen oder Sparbüchern und der Rendite für festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen.

Wie schützen Sie sich am besten vor dem Kaufkraftverlust durch Inflation? Nun, am besten kaufen Sie eine Eisdiele. Denn als Eisdielenbesitzer geben Sie die Preissteigerungen an Ihre Kunden weiter. Inflationsbereinigt (real) bleibt der Gewinn Ihrer Eisdiele gleich hoch und Sie haben keinen Kaufkraftverlust. Etwas genereller formuliert: Investieren Sie in Unternehmen, denn deren Waren steigen im Preis analog zur Inflationsrate und die Gewinne bleiben real stabil, ganz im Gegensatz z.B. zu Ihrem Gehalt, dass bei gleichbleibender Tendenz von der Inflation aufgefressen wird.

Investieren Sie in unsere Indexfonds-Strategien. Wir haben zwar keine einzige Eisdiele im Portfolio, dafür aber weltweit erfolgreiche Unternehmen wie Unilever (Ben&Jerry’s-Eiscreme) und General Mills (Häagen Dazs). Wir setzen dabei nicht alles auf einzelne Firmen, sondern streuen Ihr Geld über tausende Firmen weltweit. Ihr Eisgenuss im Sommer 2045 wäre damit gesichert, auch wenn eine Kugel dann 9,90 Euro kosten sollte.

 

*Die Bildzeitung hat innerhalb der letzten 40 Jahre eine „EISflation“ von 1.538 Prozent ausgerechnet.