Nachdenken über Geld (1)


Sie verleihen Ihr Geld an die Bank und bekommen dafür mit dem Zins eine Art „Miete“? Dann ist Ihr Geld wohl nichts wert, denn die „Miete“, die sie dafür heute noch einstreichen, ist eher lausig. Oder? Und ob Ihr „Mieter“, sprich Ihre Bank, seine Miete auch in Zukunft pünktlich zahlen wird, ist in der heutigen Euro-, Banken- und Finanzkrisenrettungswelt auch keinesfalls sicher.

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Silhouette von Benjamin Franklin mit einem seiner Sprüche

O.K., denken sich viele. Kaufe ich mir eine Wohnung oder ein Haus, werde also Eigentümer und kassiere selbst die Miete. Für jemanden, der das nötige Geld mitbringt, keine schlechte Idee. Zudem verfügt er nun statt „nur“ über Geld, über einen Sachwert, der sicher auch die nächste Euro,- Banken oder Finanzkrisenrettungsaktion überlebt.

Warum denken beim Stichwort „Eigentümer“ oder „Sachwert“ eigentlich alle automatisch an Immobilien?

Nur wenige kommen auf die viel naheliegendere Idee, Miteigentümer eines Unternehmens („Aktionär“) sein zu wollen. Dabei hätte das logisch betrachtet nur Vorteile:

Erstens: Als Vermieter ist man im Grunde auch „nur“ ein Unternehmer, der die Dienstleistung „Vermietung einer Wohnung“ verkauft. Das ist z.B. bei fehlender Nachfrage in strukturschwachen Regionen mit hohen Leerstandsrisiken verbunden.

Zweitens: Die Gewinnanteile („Dividenden“) des Aktionärs sind in der Regel deutlich höher, als das, was einem Vermieter von den Mieteinnahmen nach allen Kosten bleibt. Hinzu kommen langfristig Kursteigerungen.

Drittens: Man besitzt mit einem Unternehmensanteil – wie bei der Immobilie – einen sicheren Sachwert. Nur dieser Sachwert ist viel flexibler und bequemer. Ich kann ihn ohne Mühe kaufen und wieder verkaufen und man hat auch keinen Stress mit säumigen Mietern.

Genau das ist der Punkt! Hier machen den meisten die Emotionen einen Strich durch die logische Rechnung und beeinflussen – menschlich verständlich – den klaren Verstand.

Ist die Aktie tatsächlich ein ebenso sicherer Sachwert wie die Immobilie? Da herrschen doch massive Zweifel. Die Aktie wird emotional als ein „Stück Papier“ empfunden, dessen „fiktiver“ Wert an der Börse schwankt. Eine Immobilie dagegen hat „Substanz“. Schon weil man sie anfassen kann, wird sie als solider empfunden.

Mal davon abgesehen, dass das Eigentum an einer Immobilie auch nur auf Papier steht – dem Grundbuch – und der Wert einer Immobilie bereits „crashen“ kann, wenn in der Nähe lediglich unliebsame neue Nachbarn einziehen, lautet meine Antwort:

Unternehmen sind der sicherere und im Fall der Aktie auch flexiblere Sachwert als eine Immobilie.

Erstens: Unternehmen wie BMW, Bayer oder Volkswagen sind Eigentümer hunderter Büro- und Fabrikgebäude oder Werkswohnungen in der ganzen Welt. Daneben gehören den Unternehmen weitere Sachwerte wie Maschinen und Ausrüstungen, Rohstoffe oder wertvolle Patente usw. Die Sachwerte in Unternehmen sind also qualitativ und quantitativ viel breiter gestreut und damit sicherer als ein oder zwei Immobilien.

Zweitens: Man kann bereits mit „kleinen“ Beträgen monatlich sein Geld über mehrere hundert Unternehmen streuen. Man potenziert so die Streuung und damit seine Sicherheit. „Nicht alle Eier in einen Korb zu legen“ bietet mehr Sicherheit als die „Garantie“ einer Versicherung oder Bank. Auch eine Bank ist im Kern nur ein einzelnes Unternehmen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob es die jeweilige Institution und deren Garantieversprechen in 10 oder 20 Jahren noch gibt.

Drittens: Aktien sind ein Sachwert, den man jederzeit unkompliziert, schnell und kostengünstig verkaufen kann. Bei einer Immobilie bleibt man gebunden, wenn die „unliebsamen Nachbarn“ kommen oder die neue Start- oder Autobahn geplant wird. Die Immobilie ist dann eher unverkäuflich. Bei Aktien kann man es dagegen über INDEX-Fonds sogar so einrichten, automatisch und ohne teuren Fondsmanager immer in den besten Unternehmen investiert zu sein.

 

Wie das geht? Klicken sie auf den blauen Film, wenn Sie es nicht sowieso schon wissen und nur noch nicht gehandelt haben.

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