Die Macht der (verlorenen) Zeit


„Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können und unterschätzen, was wir in zehn Jahren erreichen können.“ Hermann Scherer

antike Taschenuhren

Es ist 12:29 Uhr und ich sitze im Büro. Eigentlich wäre jetzt Mittagspause. Die Zeit taktet uns. Wir sprechen von einer „schnelllebigen Zeit“ oder einer „Nonstop-Gesellschaft“ in der Rast- und Ruhelosigkeit den Ton angeben.

Die Uhr und ihre ständig fortschreitenden Zeiger sagen uns, dass sie knapp wird. Wir stehen unwiderruflich unter der Herrschaft der Zeit. Wir haben keine Kontrolle über sie und das kann uns Angst machen.

Überhaupt gehen wir mit der Zeit und gerade mit der Zukunft sehr besorgt um. Unsere Gedanken über die Zukunft werden von der Sorge beherrscht. Das zeigt sich bis in unsere Sprache, schließlich sprechen wir von der Fürsorge oder auch der (Alters-) Vorsorge.

Zeit hat allerdings auch viel mit der Tat, mit dem Handeln zu tun. Ob Zeit z.B. schnell oder langsam fortschreitet, hängt von den Tätigkeiten ab, die in der Zeit untergebracht sind. Jede Zeit des Anfangens ist auf künftige Handlungen gerichtet, und zwar mit Zuversicht. Gewinnen Sie die Macht über die Zeit zurück und lernen Sie, ihre Vorteile zu nutzen.

Zeit in Form eines langfristigen Anlagehorizonts sorgt dafür, dass Schwankungen an den Aktienmärkten keine Rolle mehr für Sie spielen. Zeit sorgt dafür, dass sich der Zinseszinseffekt durch die Wiederanlage der Erträge entwickeln kann, gar explodieren kann. Zeit sorgt dafür, dass man auch mit kleinen Schritten vorankommt. Und wenn diese immer in die gleiche Richtung zielen, kommt man schneller an als mit kurzen Sprints mal hier hin und mal dort hin.

Was macht Geld mit einem Jahrhundert Zeit? Was glauben Sie wäre aus einem US-Dollar von 1900 bis zum Ende des Jahrhunderts geworden, wenn Sie das Geld im amerikanischen Aktienindex Dow Jones angelegt hätten? Aus einem US-Dollar wären 222,46 US-Dollar gworden!*

Ist das nun viel oder wenig? Es entspricht einer jährlichen Rendite von 5,5 Prozent. Aber Stopp! Der Dow Jones rechnet die Dividenden der Unternehmen nicht mit ein – also die Erträge die ein Aktionär zusätzlich zum Kursgewinn erhält. Was wäre nun aus einem US-Dollar geworden, wenn die Dividenden berücksichtigt und gleich wieder reinvestiert worden wären?

Halten Sie sich fest!

Inklusive der Dividenden wäre aus einem US-Dollar ein Vermögen von 13.327 US-Dollar geworden, also fast 60-mal so viel wie ohne Dividenden. Die tatsächliche Rendite von über 10 Prozent verdanken wir dem Zinseszinseffekt.

Zwei Dinge braucht der Zinseszins als Nährstoffe um zu gedeihen: Zeit und Geduld.

Für ein lohnenswertes Ziel lohnt sich Geduld. Und Zeit haben Sie. Nutzen Sie sie zu Ihrem Vorteil!

 

*Bitte halten Sie sich immer vor Augen, dass diese Rendite trotz zweier Weltkriege und der Great Depression, also der größten weltweiten Wirtschaftskrise der Geschichte erreicht wurde!