Die aktuelle Situation an den Börsen


„Marktprognosen von Experten werden Ihr Ohr füllen, aber niemals Ihr Portemonnaie!“ Warren Buffett

Aufstellungsposition von Schachfiguren

Ich meide Prognosen jeglicher Art. Sie sind fast immer falsch. Nur einmal im Jahr mache ich eine Ausnahme und lese zum Jahresbeginn mein Horoskop. Wie stehen also die Sterne für 2016? Ich hatte 5 von 5 Sternen in der Liebe, 5 von 5 Sternen im Bereich Gesundheit und 5 von 5 Sternen beim Thema Finanzen. So lässt man sich Vorhersagen doch gefallen!

Zwei Wochen später ist der DAX aufgrund der starken Kursverluste der chinesischen Börsen um fast 1.500 Punkte gefallen und weltweit verpuffte binnen Tagen ein Börsenwert von mehr als 4 Billionen US-Dollar. Soviel also zu meinen 5 von 5 Sternen beim Thema Finanzen!

Aktuell überschlagen sich Expertenmeinungen zu den Kurseinbrüchen Anfang des Jahres und manche Banken bedienen sich der Panikmache, indem sie mit dem Slogan „Verkaufen Sie alles“ an ihre Kunden herantreten. Komischerweise kommen diese Ratschläge immer, nachdem etwas vorgefallen ist. Lassen Sie also die Finger von Prognosen und versuchen Sie die Dinge neutral zu analysieren.

Die wirtschaftliche Entwicklung in China

Für das weltweite Wirtschaftswachstum spielt China als zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt eine wichtige Rolle. China hat über Jahrzehnte hinweg eine außergewöhnliche Wachstumsphase hinter sich, wohlgemerkt ohne allzu große Krisen. Die Börsenverluste im Sommer 2015 und Anfang 2016 zeigen nun zum ersten Mal, dass auch diese Entwicklung keine Einbahnstraße ist. China ist im Umbruch. Während früher die billige Produktion und der Export im Fokus standen, wird zukünftig das Augenmerk auf den Aufbau einer soliden Binnenwirtschaft und eines inländischen Konsums ausgerichtet sein. Man wird sich an geringere Wachstumszahlen und ein Auf und Ab an den chinesischen Börsen gewöhnen müssen, ganz so, wie es im Rest der Welt der Normalität entspricht. Entscheidend für die Börsen wird sein, ob es der Regierung mit Hilfe der Notenbank gelingt, diesen Weg vom Wachstumsausnahmezustand zur Normalität reibungsfrei zu gestalten.

Die Flüchtlingswelle in Deutschland

Laut einer Umfrage erwarten 85 Prozent der Deutschen finanzielle Einbußen aufgrund der Flüchtlingsströme. Hier handelt es sich sicherlich mehr um eine „gefühlte Angst“, als um eine konkrete Bedrohung für die Finanzmärkte. Sollte es in Europa allerdings zu einer politischen Krise kommen und der Drang zur Nationalisierung fortschreiten, so könnte das Schengener Abkommen zur Grenzregelung in Gefahr sein. Dadurch könnte der europäische Warenverkehr schwer getroffen werden.

Die geopolitischen Krisenherde

Kaum etwas verabscheuen Investoren so sehr wie politische Unsicherheit. Herausforderungen im Nahen Osten, der Konflikt zwischen Iran und Saudi Arabien, die Situation zwischen Russland und der Ukraine und die „abstrakte Gefahr“ vor Terroranschlägen sorgen für verschiedenste Schreckensszenarien. Die historischen Verwerfungen am Öl-Markt sorgen in diesen Regionen für zusätzlichen Sprengstoff.

Der Ölpreis

Von über 100 US-Dollar pro Barrel in 2014 ist der Preis in wenigen Monaten auf ein Drittel gefallen und notiert aktuell bei etwas unter 30 US-Dollar. Der Ölpreis wird oft mit der wirtschaftlichen Nachfrage in Verbindung gesetzt und gilt daher als Indikator für die Gemütslage der weltweiten Konjunktur. Hier ist Vorsicht geboten! Während der Ölpreis aktuell fällt, bleiben die Makroaussichten stabil, mit einer leicht positiven Tendenz. Hauptgrund für den Preissturz ist nicht die geringe Nachfrage, sondern das Überangebot und vor allem das Überfluten des Marktes durch Saudi-Arabien. Der Ölpreis wird als geopolitische Waffe von der Regierung in Riad genutzt, um speziell den stärker werdenden Erzfeind Iran in die Schranken zu weisen, der mit seinen Öltankern bereits auf die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen wartet, um am Öl-Weltmarkt teilzunehmen.

In Europa und Amerika würde der gefallene Öl-Preis einer Art Konjunkturprogramm gleich kommen, da hiesige Konsumenten bald mehr Geld für andere Konsumausgaben im Portemonnaie haben könnten.

Das Zinsumfeld

Mit großen Erwartungen wurde die Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank FED in 2015 begleitet. Viele Marktteilnehmer sprachen von einer „Zinswende“ und sahen schlechte Vorzeichen für die Aktienmärkte. Das Entscheidende ist allerdings nicht, ob Zinsen angehoben werden, sondern wie stark sie angehoben werden und wie schnell. Die erste Zinserhöhung seit 10 Jahren wurde als kleinstmögliche Zinserhöhung (0,25 Prozent) mit allerhöchster Vorsicht durchgeführt. Janet Yellen müsste ca. 20 solcher Zinserhöhungen durchführen, um in die Nähe des historischen Durchschnitts zu gelangen. Angesichts der geringen Inflation und Wachstumsaussichten wird die FED ihre behutsame Zinspolitik weiter verfolgen. EZB-Präsident Mario Draghi hat angekündigt, das Anleiheprogramm von monatlich 60 Mrd. Euro bis mindestens März 2017 fortzuführen. Die Niedrigzinsepoche ist in vollem Gange. Weit und breit ist kein Ende in Sicht.

Die Auswirkungen auf die RWB Strategien

Trotz der Turbulenzen an den chinesischen Börsen haben sich unsere Anlagestrategien in 2015 gut geschlagen. Alle Strategien haben sich in 2015 positiv entwickelt und liegen seit Auflegung auf Kurs. Exemplarisch sehen Sie unten unsere meistverkaufte Strategie, RWB Ertrag. Die gerade Linie zeigt die Entwicklung der Zielrendite, die wir unseren Kunden in Aussicht gestellt haben. Sie dient als Vergleichsmarke für die Entwicklung unserer Strategie.


Quelle: Hamburger Vermögen, RWB (Zeitraum: 10.09.2014 bis 31.12.2015, Anlagebeispiel: 10.000 Euro Einmalanlage); nach Kosten der ETFs und vor Depot- und Verwaltungsgebühren)

Unsere systematische Verlustbegrenzung ist gerade in der momentanen Zeit enorm wichtig für unsere Kunden und genießt einen höheren Stellenwert als das Streben nach den letzten Performancepunkten. Unser Maximum Drawdown Schutz hat sich bereits bewährt. So führten die Kursverluste im Sommer 2015 und Anfang 2016 dazu, dass einige unserer Aktien-ETFs nach der Verkaufsregel verkauft wurden. Mit diesem Mechanismus können für den Anleger drastische Verluste abgefangen werden, sollte es zu krisenartigen Verkaufswellen an den Börsen kommen.   

Meine Empfehlung an Sie

Wie sollte man sich in einer Zeit verhalten, die scheinbar von Krisen und stark schwankenden Aktienmärkte geprägt ist? Nun, das Schwanken der Kurse gehört zur Aktienanlage dazu wie das Amen in der Kirche. Für die große Mehrheit der Anleger, die mit einem langfristigen Anlagehorizont investieren können und sollten, spielen kurzfristig schwankende Kurse eine untergeordnete Rolle. Sie sollten den Fokus stets darauf legen, die eigene Kaufkraft während des Investierens mit einem breit gestreuten Portfolio aus Aktien ständig zu erhöhen. Anstatt Ihre Anlage auf einen Zeitpunkt zu setzen, empfiehlt sich ein monatlicher Sparbetrag. Wenn Sie diesen lange durchhalten, werden Sie unabhängiger vom Auf und Ab der Börsen und können sich an hohen Erträgen erfreuen.

Die umfangreiche Berichterstattung unserer Anlagestrategien erhalten Sie ab Anfang Februar HIER