Behalten Sie Ihr Gold, ich will es nicht!


"Gold wird aus dem Boden in Afrika oder irgendwo sonst in der Welt ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen. Es hat keinen Nutzen. Wenn Marsmenschen das sähen, würden sie sich verwundert am Kopf kratzen."
Warren Buffett

ein goldenes Frauengesicht

Im Alltag ist das Internet mittlerweile die erste Anlaufstelle für Fragen geworden. Auch für Fragen rund um die Geldanlage ist das Internet das wichtigste Medium. Laut aktuellen Studien vertrauen mehr als zwei Drittel der Deutschen in Finanzfragen auf Online-Portale.

Nun, was glauben Sie ist die am häufigsten gestellte Finanzfrage der deutschen Bürger? Mit fast 700.000 Suchanfragen pro Monat ist es die Frage „Lohnt sich die Investition in Gold bzw. Silber?“.

Gold fasziniert die Menschen seit jeher und viele halten es für eine lukrative Anlageform. Schauen wir uns die Sache einmal genauer an.

Gold ist eine Anlageform die nichts „abwirft“ oder „produziert“ so wie z.B. eine Kuh regelmäßig Milch oder ein Unternehmen Gewinne in Form einer Dividende. Ein Käufer von Gold spekuliert schlichtweg darauf, dass es in der Zukunft einen Käufer gibt, der etwas mehr für das erworbene Gold bezahlt als der ursprüngliche Käufer dafür ausgegeben hat.

Diese Art der Anlageform benötigt einen ständig steigenden Pool an neuen Kaufinteressenten und diese Kaufinteressenten kaufen Gold nicht wegen der produktiven Ausbeute, sondern weil sie glauben, dass der Pool der Kaufinteressenten in der Zukunft noch größer wird. Natürlich gibt es Phasen in denen genau das passiert und der steigende Goldpreis die Bestätigung für Goldanhänger ist, dass Gold eine lukrative Anlageform darstellt. Doch für eine seriöse langfristige Einschätzung sollte man die Sinnhaftigkeit einer Goldinvestition nach fundamentaleren Kriterien analysieren.

Der Großteil des Goldes wird zu Schmuck verarbeitet und ein kleinerer Teil wird für industrielle Zwecke genutzt. Die Nachfrage ist sehr limitiert und die jährliche Neuproduktion von Gold mit einem Wert von mehr als 160 Mrd. US-Dollar immens. Die Nachfrage nach Gold muss also jedes Jahr alleine schon dieses Neuangebot erstmal absorbieren, damit überhaupt ein gleichbleibendes Preisniveau erzielt werden kann.

Der erfolgreichste Investor der Geschichte, der Amerikaner Warren Buffett hat ein wunderschönes Bild geschaffen, das die Sinnlosigkeit von Gold als Anlageform perfekt auf den Punkt bringt. Aktuell gibt es ca. 170.000 Tonnen Gold auf der Welt. Wenn all dieses Gold zusammengeschmolzen würde, so bekämen Sie einen Würfel mit Seitenlängen von 20 Metern. Nehmen wir mal einen sehr hohen Goldpreis der letzten Jahre an, z.B. 1.750 US-Dollar pro Unze. Der Würfel wäre dann knapp 10 Billionen US-Dollar wert.

Schauen wir einmal, was man alternativ mit 10 Billionen US-Dollar machen könnte. Überschlagsweise könnten Sie sich für 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar das gesamte Farmland der USA kaufen. Dazu könnten Sie sich ca. 16-mal das profitabelste Unternehmen der letzten zehn Jahre kaufen, die amerikanische Öl-Firma Exxon Mobil, die Ihnen im Schnitt pro Jahr Gewinne von 40 Mrd. US-Dollar „abwirft“. Danach hätten Sie noch locker ein bis zwei Billionen US-Dollar Puffer, um shoppen zu gehen.

In 50 oder 100 Jahren wird Ihnen Ihr neues Farmland unfassbare Mengen an Weizen, Mais oder Baumwolle produzieren, egal welche Währung gerade herrscht oder welches Geldsystem wir haben. Exxon Mobil wird Ihnen in der Zwischenzeit Billionen an Dividenden in die Kassen gespült haben und Anlagegüter wie Maschinen und Fabriken ebenfalls in Billionensummen aufweisen. Und denken Sie daran, sie bekommen 16 Exxon Mobils!!

Der Würfel aus 170.000 Tonnen Gold wird unverändert vor Ihnen liegen. Er wird genauso groß sein wie heute und er wird immer noch nichts für Sie produzieren und abwerfen. Sie können ihn streicheln und bestaunen, aber das war es auch schon.

In der Zukunft werden die Menschen auf der Welt mehr Güter handeln, sie werden mehr Essen konsumieren und sie werden mehr Wohnraum benötigen als heute. Unternehmen werden weiterhin Güter immer effizienter herstellen und bessere Dienstleistungen anbieten die von der Bevölkerung nachgefragt werden. Bildlich gesprochen werden diese „Wirtschaftskühe“ ständig „Milchgeben“ und daran gemessen werden, wie viel und beständig sie davon abliefern können. Die Erlöse dieser „Milch“ werden sich für die Eigentümer der Unternehmen über die Zeit exponentiell aufsummieren, so wie es für Unternehmenseigentümer im 20. Jahrhundert der Fall war.

Ihr Ziel muss es sein, sich an möglichst vielen guten Unternehmen frühzeitig und regelmäßig zu beteiligen und diese für sich arbeiten zu lassen.

Ich glaube, dass diese Anlageform langfristig mit Abstand die beste Geldanlage sein wird. Und noch wichtiger, es wird mit Abstand die sicherste sein!

Quellen

DVAG: Webcheck Finanzfragen, 2016
Berkshire Hathaway: Letter to shareholders, 2011